Spitze im Westen

Wissen Sie, wer sich NICHT bei Ihnen bewirbt?

Die Mehrheit passender Kandidaten konnte Ihnen noch gar keine Bewerbung schicken, denn Ihr Angebot ist den meisten Menschen unbekannt. Wie gewinnen Sie Menschen, für Ihr Unternehmen zu arbeiten? Sie konkurrieren mit 3,6 Millionen deutschen Unternehmen, europaweit sogar mit 23 Millionen Firmen. In welcher der 2.500 Stellenbörsen sind Sie präsent? Selbst wenn Ihre Stellenanzeige in 100 Jobbörsen steht, sucht der passende Kandidat nicht eher in den anderen 2.400 Jobbörsen? Haben Sie schon mal ein langweiliges Buch verschenkt? Das macht man nicht, oder? Aber standardisierte, langweilige, austauschbare Stellenanzeigen sollen hochmotivierte Bewerber anziehen. Finde den Fehler. 120.000 Stellenbörsen wurden ausgewertet, auf Platz eins aller Worte steht „u.a.“ Das ist schizophren. Und dann wird gejammert über Fachkräftemangel. Dabei wurde der Recruiting-Job nicht erledigt, nämlich die Zielgruppe passgenau zu erreichen, anzuziehen und zu gewinnen. Erwartet ein Fußball Scout, dass der neue Messi oder Ronaldo am Schreibtisch vorbei kommt? Oder eine Bewerbung schickt? NEIN. Der Fußball Scout geht dahin, wo die Talente Fußball spielen. Wo gehen Sie hin? Wo treffen Sie Ihre Fachkräfte? Im Sportverein? Bei Jugend forscht? Auf Wacken? Ein Unternehmen hat sich intensiv mit Ingenieuren beschäftigt und herausgefunden, dass Software Entwickler und Ingenieure mehr als alle anderen Berufsgruppen zum Heavy Metal Festival auf Wacken fahren. Wie finden Sie das raus? Fragen, nicht raten! In der nächsten Stellenanzeige wurden Tickets für Wacken verlost, und die Firma hat so viele GUTE Bewerbungen bekommen wie nie zuvor und einen langen Artikel in der ZEIT 2012.

Ein Buchhalter sollte primär gründlich und ehrlich sein. Eine Firma in Rheinland-Pfalz hat bei allen Überweisungen drei Cent zu viel überwiesen. Der Buchhalter, der daraufhin angerufen hat, hat ein Jobangebot bekommen. Das Wesentliche hat er mit dem Anruf bewiesen. Wissen Sie wer sich NICHT bei Ihnen bewirbt? Dieser Buchhalter. Wie kommt Ihr Angebot zu Fachkräften, die gar nicht aktiv suchen? Eine Firma liest Patente und lädt die Patentinhaber zum Sommerfest ein. Beim Fest kommt man unverbindlich ins Gespräch. Mehrere Ingenieure wechseln zu diesem Unternehmen. Die gute Unternehmenskultur wirkt.

Machen Sie Kunden und Passanten zu Fachkräfte-Empfehlenden. Statt einem minikleinen Zettel im Schaufenster „suche Bäcker“ könnte eine Bäckerei das gesamte Schaufenster nutzen. Auf dem Riesen-Poster steht: „Wer uns eine/n Bäcker/in empfiehlt, bekommt ein Jahr Brot und Brötchen umsonst.“ Nutzen Sie die Flächen, die Sie haben. Sofort suchen Passanten und Kunden für die Bäckerei im Freundes- und Bekanntenkreis. Was überraschend groß ist, bekommt Aufmerksamkeit. Friseure bieten ein Jahr Haarschnitt umsonst an. Autowerkstätten Reifenwechsel und Wartung. Was nicht überrascht, fällt nicht auf. Eine Firma hat Top-Kandidaten ein Smartphone per Post geschickt. Darunter lag die Nachricht: „Rufen Sie uns an, wir sind Ihr neuer Arbeitgeber.“ 20 Päckchen wurden verschickt und fünf neue Mitarbeiter gewonnen. Die Umdrehung des Prozesses. Voraussetzung: Sie kennen 20 für Sie passende Kandidaten aus Branchen-Blogs, Preisverleihungen, Branchentreffen.

Eine Hotelierin in Coburg beantwortet seit Juni 2016 allen Bewerberinnen und Bewerbern persönlich innerhalb von 24 Stunden. Entscheidend ist Ihre wertschätzende Haltung gegenüber den Kandidaten. Von dem Ergebnis ist sie selbst überrascht. Die Qualität der Bewerbungen steigt. Qualität spricht sich herum, und sie beginnt mit Wertschätzung. Personalmarketing muss zuerst Aufmerksamkeit wecken und dann mit Wertschätzung Menschen gewinnen. Fällt Ihre Personalsuche auf? Ist sie anders? Ich kenne in jeder Region und Branche Unternehmen, die keinen Fachkräftemangel haben. Das ist harte Arbeit, und Verbindende all dieser Unternehmen ist eins: Sie machen etwas anders als andere. Fachkräftemangel ist Ideenmangel. Wer unsichtbar bleibt, nichts Spannendes bietet oder drei Wochen braucht, um sich bei Bewerbern zu melden, bekommt zurecht keine Bewerbungen. Es gibt keinen Unterschied zwischen Fachkräftemangel und Kundenmangel: Machen Sie mehr Marketing und Vertrieb. Oder ändern Sie Ihr Angebot.

Die Caritas Düsseldorf hat geworben: „Bei Anruf Ausbildung.“ Keine Unterlagen, keine vier bis sechs Wochen Warten. Der klassische Bewerbungsprozess gestrichen. Anders. Ein Hotel in Emden hat Überstunden verboten. Die Bewerbungen nahmen zu. Die Warteliste wuchs. Anders. Im Herbst 2016 bekam ein Handwerker 90 Bewerbungen von Elektrikern und eine Tischlerei in Berlin bekam 300 Bewerbungen. Zwei Betriebe verschicken 388 Absagen. Es gibt nicht weniger Bewerber, die sind nur immer ungleicher verteilt. Da es nur Gold und weder Silber noch Bronze gibt, wäre eine Lösung Kooperation! Abgeben! Weiter empfehlen! Datenschutzrechtlich geht das mit cleverheads.eu. Zusammenarbeit bündelt Kräfte. Der Kreis Heinsberg geht vorbildlich voran mit einer Kampagne, die 100% zur Region passt: Spitze im Westen. Nutzen Sie diese Kampagne. Nutzen Sie Zusammenarbeit, damit jeder gute Kandidat, der sich im Kreis Heinsberg bewirbt, sofort einen Job bekommt.

Wer sagt, dass Azubis jung sein müssen? 15jährige werden in Europa weniger. Das wissen wir seit 15 Jahren. Bilden Sie daher 50jährige oder Studienabbrecher aus. Beide Gruppen wachsen stark. Wo ist das Problem? Werden Sie Besserfrager statt Besserwisser. Alles geht anders. Sprechen Sie mit voller Überzeugung den Schwur der Spinner: „Ich schwöre, dass ich grenzenlos spinne, dass ich alles für möglich halte, und sollte ich destruktive Kritik äußern, so soll mir eine rote Knollennase wachsen.“

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