Spitze im Westen

Eine Firma wie eine Familie

Die ene't GmbH in Hückelhoven legt großen Wert auf die gezielte Ausbildung junger Fachkräfte

„Hier ist alles wie in einer Familie. Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt.“ Zwar ist Melike Olgun erst seit kurzer Zeit bei der ene’t GmbH in Hückelhoven tätig, doch die 19-Jährige fühlt sich bereits voll in die Firma integriert. Die junge Alsdorferin hatte zuvor das Wirtschaftsgymnasium in Herzogenrath besucht und sich dann auf eine Ausbildungsstelle bei ene’t beworben. „Schon beim Vorstellungsgespräch haben mich die Möglichkeiten überzeugt“, berichtet die junge Frau. Seit Anfang August absolviert Melike nun eine zweijährige Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement. Parallel dazu lernt sie die Arbeit in der Vertriebsabteilung des Unternehmens kennen. „Sie lernt verschiedene Projekte und Produkte in unserem Haus kennen, damit sie Kunden betreuen und Angebote erstellen kann“, erklärt Helga Kockerols-Eßer. Sie leitet unter anderem die Personalabteilung des Unternehmens und führt die Einstellungsgespräche mit Bewerberinnen und Bewerbern. „Wir legen sehr großen Wert auf die Ausbildung junger Fachkräfte, schon alleine aus dem Grund, weil wir als Teil der Energiewirtschaft in einer Branche tätig sind, in der spezielle berufliche Anforderungen vonnöten sind. Und diese bringen oftmals selbst fertig ausgebildete externe Personen nicht mit. Also bilden wir lieber selber aus und beugen so dem Fachkräftemangel vor.“

Digitale Lösungen

Das Hückelhovener Unternehmen, das 2002 gegründet wurde, arbeitet als Dienstleister für mehr als 500 Unternehmen in der Versorgungswirtschaft. Dabei liefert die Firma digitale Lösungen zur Kostenanalyse, Datennutzung und moderne Anwendungen, mit deren Hilfen die Kunden ihre Marktposition überprüfen können. Elf Auszubildende sind an den beiden Standorten in Hückelhoven und dem sächsischen Torgau derzeit aktiv. „Das entspricht mehr als zehn Prozent unserer aktuellen Belegschaft und beweist, wie sehr wir auf das Thema Ausbildung setzen“, unterstreicht Helga Kockerols-Eßer. „In unserer Anfangszeit vor 17 Jahren haben wir noch bei der Suche nach Fachkräften auf klassische ‚Mund-zu-Mund-Propaganda‘ gesetzt. Heute setzen wir auf moderne Hilfsmittel. Trotzdem sind wir tief im Kreis Heinsberg verwurzelt. Wir möchten Menschen, die aus der Umgebung stammen, zeigen, dass man für moderne und spannende Berufe nicht unbedingt nach Düsseldorf, Köln oder noch weiter weg fahren muss.“

Diese Perspektiven haben auch die 18-jährige Lisa Korda gereizt. Sie hat genauso wie Melike ihre Ausbildung in diesem Jahr begonnen. Allerdings hat sich Lisa für einen anderen Bereich interessiert. Die Auszubildende absolviert ein duales Studium und möchte mathematisch-technische Softwareentwicklerin werden. Der auf drei Jahre ausgelegte zugehörige Studiengang angewandte Mathematik und Informatik sieht vor, dass Lisa Korda einerseits am Forschungszentrum in Jülich studiert und andererseits parallel in Hückelhoven praktisch tätig ist. Dabei soll sie beispielsweise auch firmeneigene Applikationen weiterentwickeln und neue Anwendungen konzipieren. „Ich habe in der zehnten Klasse ein Praktikum hier bei ene’t absolviert und bereits erste Einblicke in die Abläufe gewinnen können. Da ich ohnehin Mathematik mag und auch sehr computeraffin bin, hat mich die Möglichkeit, hier zu arbeiten, sehr gereizt.“ ene’t ist stolz darauf, eine Frau für einen MINT-Beruf gewonnen zu haben.

Hohe Anforderungen

Die Anforderungen für künftige Softwareentwickler sind hoch. Dementsprechend ist das Abitur bei den Bewerberinnen und Bewerbern gewünscht. Umgekehrt erhalten die Azubis eine sehr intensive Betreuung im Unternehmen. „Jeder Neuling wird von einem sogenannten Buddy betreut, der für Fragen zur Verfügung steht, sich darum kümmert, dass der Arbeitsplatz richtig eingerichtet ist und der Azubi sich direkt zurechtfinden kann. Zu Beginn führt er den Azubi auch in alle Abteilungen und stellt ihn den Kolleginnen und Kollegen vor“, verdeutlicht Sarah Walter aus der Kommunikationsabteilung von ene’t. Kurze Wege, ein freundschaftliches Miteinander und direkter Austausch über hierarchische Ebenen hinweg – hierauf wird beim Hückelhovener Unternehmen großer Wert gelegt, ebenso wie auf gutes Arbeitsmaterial. „Unsere IT-Abteilung schaut, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit bestens ausgerüstet sind. Dabei geht sie natürlich auch auf Wünsche ein“, betont Helga Kockerols-Eßer.

Auch außerhalb der Arbeitszeiten geht es familiär zu. So unternehmen einige der Mitarbeiter regelmäßig gemeinsame Mittagspausenspaziergänge und für Freunde des Sports gibt es sogar einen Lauftreff. Sehr beliebt sind außerdem die regelmäßigen Spielabende, bei denen im Anschluss an die Arbeit im gemütlichen Pausenraum in der Gruppe Gesellschaftsspiele ausprobiert und gespielt werden. „Wir haben hier tolle Möglichkeiten. Umgekehrt sollte man als Azubi Zuverlässigkeit, Selbstdisziplin und Eigenverantwortung mitbringen – und natürlich Teamfähigkeit, denn das ist für uns ein wesentlicher Erfolgsfaktor“, unterstreicht Kockerols-Eßer.

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