Spitze im Westen

Der Generationenübergang ist geglückt

Der Generationenübergang ist geglückt

Kaum ein Name wird mit dem Gangelter Ortsteil Niederbusch so eng verbunden, wie der der Firma Schlun. Die Baugruppe hat ihre Anfänge bereits im Jahr 1945. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs machte sich Lambert Schlun daran, die Bauunternehmung in der Gemeinde Gangelt zu gründen – übrigens nur unweit des heutigen Firmensitzes. In der Nachkriegszeit kümmerte sich das Unternehmen hauptsächlich um Aufbau- und Aufräumarbeiten. „Damals wurden beispielsweise Arbeiten an zahlreichen Kirchengewölben von uns betreut“, weiß Dipl-Ing. Björn Schlun, der heute gemeinsam mit seinem Bruder Dirk die Geschicke des Unternehmens leitet, zu berichten. Der Wiederaufbau Deutschlands und das damit verbundene Wirtschaftswunder hatte also auch für die Bauunternehmung Lambert Schlun positive Folgen. 17 Jahre nach der Gründung waren bereits 170 Mitarbeiter für die Firma tätig.

Kontinuierliches Wachstum
Hubert Schlun führte 1962 die Geschicke seines verstorbenen Vaters fort und stellte die Firma auf ein solides wirtschaftliches Fundament. Angefangen mit Hochbau, dann Tiefbau, Leitungsbau sowie der ersten kleineren Bodendeponie. Es folgten der Schlüsselfertigbau und die Projektentwicklung, die für ein gesundes und stetiges Wachstum des Betriebs sorgten. Im Zuge der Vergrößerungen entschied man sich dann auch für einen Standortwechsel innerhalb von Gangelt-Niederbusch.

Im Jahr 1990 folgte die Gründung der Abteilung Spezialtiefbau. „Diese Sparte hat uns auch über die Grenzen der Region hinaus bekannt gemacht, da wir in diesem Bereich bundesweit aktiv sind“, zeigt sich Björn Schlun zufrieden. Parallel hierzu entwickelte sich ein ganz neues Betätigungsfeld. Am Anfang bestand die Möglichkeit, Bodenaushub auf der eigenen kleineren Kippstelle zu verbringen. Die stetige Entwicklung in diesem Bereich mündete Ende der 1990er Jahre in der Gründung der Schlun Umwelt als eigenständiges Unternehmen. Von da an wurde die Entwicklung nochmals rasant vorangetrieben. 2016 wurde das Unternehmen Engelbert Schmitz Sand und Kiesgruben GmbH & Co. KG übernommen. „Heute sind bei der Schlun Umwelt 30 Mitarbeiter an fünf Betriebsstätten mit eigenen Kiesgruben und Recycling-Anlagen beschäftigt“, erklärt das Mitglied der Geschäftsleitung, Heinz Schuivens. „Für unsere Firma bedeutete diese Entscheidung einen Meilenstein, da wir uns seitdem von anderen Wettbewerbern in der Branche abheben können“, betont Björn Schlun.

Die Entwicklung schritt weiter rasant voran. 2005 erfolgte die Gründung der Schlun Real Estate GmbH & Co. KG und 2015 entstand in Mönchengladbach eine Niederlassung der Baugruppe. 2017 ist die Tätigkeit im Bereich der Wohnungsbau – Projektentwicklung im Raum Aachen intensiviert und die Schlun Wohnen GmbH gegründet worden. Im vergangenen Jahr entstand in Essen außerdem eine Geschäftsstelle für den Schlüsselfertigbau sowie die Projektentwicklung.

Von Kindesbeinen involviert
Einen Großteil des Erfolgsweges der Schlun Firmengruppe hat die Familie Schuivens mitgemacht. Sie steht dabei exemplarisch für insgesamt 27 Familien, die heute generationenübergreifend im Unternehmen tätig sind. Der heute in der Geschäftsleitung tätige Heinz Schuivens hat von klein auf die Arbeit bei Schlun erlebt. Gemeinsam mit dem Bruder und Einsatzleiter Gerd Schuivens und der Schwester Elvira Bönnen aus dem Reinigungsteam ist Heinz Schuivens seit mehreren Jahrzehnten im Unternehmen angestellt. Bereits der gemeinsame Vater, Jakob Schuivens, arbeitete knapp 40 Jahre als Leiter des Bauhofs für Schlun und sogar Mutter Magdalena war als Haushälterin mehr als 20 Jahre im Betrieb beschäftigt. Über all die Zeit entstand somit verständlicherweise eine enge Bindung der Familie an die Firmengruppe. „ Schlun ist den Menschen hier in der Region natürlich ein Begriff und tief in Gangelt und Umgebung verwurzelt. Viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stammen aus der Region und haben dadurch natürlich auch eine enge Bindung zum Unternehmen“, erklärt Heinz Schuivens, der Firmengründer Lambert Schlun noch persönlich kannte.

Ähnlich wie bei der Familie Schlun steht auch bei der Familie Schuivens die nächste Generation bereit, um die Arbeit ihrer Eltern und Großeltern fortzusetzen. Gleich zwei Söhne von Gerd Schuivens sind in die Fußstapfen des Vaters getreten. Tim Schuivens hat sich nach einer Ausbildung zum KFZ Mechatroniker zum Wechsel in den Spezialtiefbau entschieden. Sein Einsatzgebiet ist unter anderem der Pipelinebau, was den jungen Erwachsenen durch die ganze Bundesrepublik führt. „ Von Halle bis nach München war ich bereits im Einsatz“, verrät Tim. Sein Bruder Dennis wiederum ist seit 2010 als Tiefbaufacharbeiter tätig. „Ich bin nach dem Fachabi über ein Praktikum zu meiner Ausbildungsstelle gekommen.“ Aktuell wird Dennis im Kabelbau für Versorgungsunternehmen eingesetzt.

Auf den Nachwuchs setzen
Ausbildung ist ein gutes Stichwort. Denn hierauf legt Schlun von Beginn an großen Wert. Es gab in der Firmenhistorie Zeiten, als mehr als 40 Auszubildende zeitgleich im Betrieb tätig waren. Das hat die Schlun Baugruppe nachhaltig geprägt. In dieser Phase wurden auch zahlreiche der Auszubildenden Kammer-, Landes- und sogar Bundessieger. „Wir haben in der jüngsten Vergangenheit die Anstrengungen in diesem Bereich verstärkt, um unsere selbstgesteckten Ziele im Bereich der Ausbildungsquote zu erreichen. Dabei setzen wir auch auf die Möglichkeit, den Bachelor parallel zur Ausbildung in einem dualen Studium zu absolvieren“, so Björn Schlun.

„Für uns ist es wichtig, Potenziale bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erkennen und diese dann auch richtig zu fördern“, weiß Heinz Schuivens zu berichten. „Hier im Unternehmen herrscht eine Mischung aus familiärem Umgang und Professionalität. Ich denke, dass das auch unsere Kunden spüren.“ Der Generationenübergang bei der Firma Schlun ist also geglückt. Nun gilt der Blick auf die zukünftige Ausrichtung. Doch zuvor steht erst einmal das 75-jährige Betriebsjubiläum im kommenden Jahr an. Immer dabei: die vielen Beschäftigten mit einer langen Familientradition bei der Schlun Baugruppe.

Bildquelle Titelfoto: Fabian Nawrath

Schlun - Baugruppe